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Sport, Bewegung und
Engagement im
gesellschaftlichen Wandel

 

Fußball-Woche 11/2010


Ehrenamt ja, aber anders

Wie Vereine freiwillige Helfer finden können

Die Bereitschaft zum Ehrenamt im Sport sinkt. Zu dieser Erkenntnis kommt eine vom Bundesfamilien-Ministerium in Auftrag gegebene Studie zwischen 1999 und 2009. Die Verantwortlichen müssen sich also Gedanken machen über Gewinnung und Bindung freiwilliger Kräfte für ein Engagement im Verein.

Zum Beispiel: Ein Informatikstudent im dritten Semester ist gern bereit, sich für ein oder zwei Jahre bei seinem Fußballklub einzubringen und eine Homepage aufzubauen. Doch er ist nicht willens, sie zehn Jahre zu pflegen, weil sich seine persönliche Interessenlage verändert hat, zum Beispiel in Bezug auf Beruf, Familie oder Auslandsaufenthalt. Nur noch wenige Mensche wollen sich längerfristig binden, wollen, wie es vielleicht der Vater getan hat, die „Ochsentour“ vom Betreuer einer Jugendmannschaft bis zum Präsidenten auf sich nehmen.

Die Alternative lautet: Bereitschaft ja, aber nur für projektbezogene Aufgaben.
Wer sich für ein Ehrenamt zur Verfügung stellt, der möchte, wenn er schon kein Geld bekommt, seine persönliche Weiterentwicklung und –bildung forcieren, möchte Kompetenzen erwerben, soziale Beziehungen und Netzwerke aufbauen, die er auch außerhalb nutzen kann. Er ist einverstanden, Verantwortung zu übernehmen und im Rahmen der Möglichkeiten sein Bestes zu geben. Motive, die berücksichtigt werden müssen und die den Strukturwandel widerspiegeln.
Das Szenario heißt: vom alten zum neuen Ehrenamt, vom „Opfer“ zur zeitlich begrenzten Tätigkeit oder auch von der Verpflichtung zur freien Wahl.

Die Vereine müssen sich etwas einfallen lassen. Sie sind organisationsextern gefordert und müssen Kooperationen mir Schule, staatlichen Akteuren oder Unternehmen eingehen, um Quereinsteiger, aber auch (Un-)Ruheständler zu gewinnen. Dazu bedarf es eines Handlungsleitfadens beziehungsweise eines Instrumentenkoffers, um Interessierte anzusprechen, zu gewinnen, zu binden und ihnen bestimmte Aufgaben schmackhaft zu machen – zeitbegrenzt und projektbezogen. So etwas ist mit dem Berliner Fußball-Verband angedacht.

Sebastian Braun, Referent auf der 3. Breitensportkonferenz des LSB am 27.11.2010 im Haus des Sports.

Quelle:

Fußball-Woche
Der gesamte Berliner Fußball auf einen Blick
Nr. 48 – Montag, 29. November 2010

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