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Engagement macht stark - 12/2008 Wirtschaft übernimmt VerantwortungBBE initiiert eine Charta zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen Der Festsaal des Paderborner Rathauses war bis auf den letzten Platz besetzt, als 20 renommierte Wirtschaftsunternehmen aus der Region in einem feierlichen Akt die Charta „Verantwortung übernehmen - sich nachhaltig engagieren - vernetzt handeln“ unterzeichneten. Ortwin Goldbeck - Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und selbst einer der Erstunterzeichner der Charta - überreichte anschließend das Dokument dem nordrhein-westfälischen Generationenminister Armin Laschet, dessen Haus seit 2005 das Thema Unternehmensengagement im Land aktiv vorantreibt. Armin Laschet betonte, dass Wirtschaftsunternehmen über wichtige - und oft auch innovative - Kompetenzen und Ressourcen für die Lösung von Zukunftsaufgaben verfügen. Und dass es langfristig nur im Rahmen neuer Verantwortungspartnerschaften von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen könne, die Lebensqualität, die Integrationskraft und die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu erhalten und nachhaltig zu stärken. Mit der Unterzeichung der vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement initiierten Charta - der sich noch am selben Abend in Paderborn rund 80 weitere Unternehmen aus der Region angeschlossen haben - bekennen sich Unternehmen ausdrücklich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Sie machen sich zugleich dafür stark, weitere Wirtschaftsunternehmen für ein gesellschaftliches Engagement zu gewinnen. Und plädieren für eine enge Vernetzung und Kooperation - mit gemeinnützigen Organisationen wie auch mit staatlichen bzw. kommunalen Partnern - um ihrem Engagement Nachhaltigkeit zu verleihen. Auch die Einbindung von Mittlerorganisationen ist ausdrücklich gewünscht: Denn diese haben nicht nur eine wichtige Rolle in der Beratung und Unterstützung von engagementbereiten Unternehmen, sondern sie sind auch wichtige Akteure für die Anbahnung nachhaltiger Beziehungen von Unternehmen mit kommunalen oder gemeinnützigen Partnern. Der von der IHK Ostwestfalen und der Stadt Paderborn ausgerichtete Unternehmerabend war Teil eines wissenschaftlichen Kongresses zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen in der Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Gut 280 Fachteilnehmerinnen und -teilnehmer ließen sich im Rahmen des Kongresses von hochrangigen Vorträgen anregen und diskutierten aktiv in themenbezogenen Fachforen. Ausgerichtet wurde der Kongress vom Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn unter der Leitung von Prof. Dr. Sebastian Braun - in Zusammenarbeit mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement. gefördert wurde er vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ), dem Generationenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (MGFFI NRW) und der Initiative „Paderborn überzeugt“. Nicht nur die großen Konzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen engagieren sich - einer aktuellen Studie des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement zufolge - für die Gesellschaft. Und dies weitaus mehr, als es die Öffentlichkeit wahrnimmt. 96 Prozent der Unternehmen in Deutschland, so das Ergebnis der Studie, engagieren sich über ihr Kerngeschäft hinaus für gesellschaftliche Anliegen. Dabei liegen dem Engagement des Mittelstandes meist weniger ökonomische oder strategische Überlegungen zugrunde als vielmehr persönliche Motive, Verantwortungsbewusstsein und Tradition. Vieles von dem, was heute schon von Wirtschaftsunternehmen geleistet wird, gilt als selbstverständlich und wird als gesellschaftlicher Beitrag kaum öffentlich wahrgenommen oder politisch gewürdigt, so ein Fazit des Kongresses. Prof. Braun fordert daher eine öffentliche Debatte über Rolle und gesellschaftliche Aufgaben der Wirtschaft. Angesichts eines Wandels staatlicher Aufgaben, sind neue Verantwortungspartnerschaften zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefragt. Mit einer besseren Vernetzung und Öffentlichkeit könnte auch das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen noch wirksamer werden. Für eine bessere Vernetzung für Unternehmen untereinander wie auch mit No-Profit-Organisationen setzt sich daher das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement ein. Die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen fördert nicht nur ein nachhaltiges Engagement. Zugleich profitieren Unternehmen von neuen Denkweisen und Ideen und können sich sinnvoll und glaubwürdig gesellschaftlich einbringen. Ulrike Sommer (Sprecherrat des BBE) |
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