Sie sind hier: Themen > Alter und Altern      
             
 

Sport, Bewegung und
Engagement im
gesellschaftlichen Wandel

 

Alter und Altern

Vom gesellschaftlichen Wandel der Alterstruktur sind auch die Handlungsfelder Sport und Freizeit nachhaltig betroffen. Ausdruck dafür sind die quantitativen und qualitativen Veränderungen der Sport- und Freizeitkultur, die sich auf die allgemeine Partizipation an Sport- und Freizeitaktivitäten ebenso beziehen wie auf die spezifischen Formen, sozialen Kontexte und Sinngebungen solcher Aktivitäten. Die Abteilung Sportsoziologie thematisiert diese Veränderungsprozesse insbesondere mit Blick auf das Alter(n), das als produktive Lebensphase für Individuum, Organisationen und Gesellschaft grundlegend neue Bedeutung gewinnt.

Problemaufriss

Unsere Gesellschaft ist durch einen tief greifenden demografischen Wandel geprägt. Während die Gesamtbevölkerung schrumpft, fällt die Jugendquote hinter die Altenquote immer weiter zurück. Dieser Wandel hat die Sport-, Bewegungs- und Freizeitkultur in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Die Welten von Sport und Freizeit, in denen sich die Menschen bewegen, sind im Laufe der letzten Jahrzehnte zunehmend unübersichtlicher geworden – und diese „neue Unübersichtlichkeit“ dürfte weiter zunehmen.

Auf der gesellschaftlichen Ebene werden im Zuge der Expansion der Sport- und Freizeitkultur immer breitere Bevölkerungsgruppen eingeschlossen – dies gilt insbesondere für die 50plus Generation, ältere Menschen in der nachberuflichen Lebensphase ebenso wie für die Hochbetagten. Mit dieser Expansion findet auch das aktive Sporttreiben außerhalb der Sportvereine enorme Verbreitung: Die kommerziellen Sportanbieter haben sich längst auf dem Sportanbietermarkt fest etabliert. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Menschen allein oder in informellen Gruppen sportlich aktiv.

Diese Entwicklungen zeigen an, dass mit der Expansion eine Pluralisierung der Sport- und Freizeitkultur einhergeht. So haben z.B. neben dem traditionellen Sinnmuster des an Sieg und Leistung orientierten (Wettkampf-)Sports, der nach wie vor eine Domäne der Kinder und Jugendlichen ist, alternative Sinnmuster an Bedeutung gewonnen. Exemplarisch dafür stehen Gesundheits-, Fitness- und Wellness-Angebote oder aber Aktivitäten im Erlebnis- und Abenteuersport. Darüber hinaus gruppiert sich um den Kern der traditionellen Sportarten eine Vielzahl neuer Sport- und Bewegungsformen, die fließende Übergänge zu anderen Freizeitaktivitäten aufweisen.

Mit diesen Veränderungen auf der gesellschaftlichen Ebene haben Sportengagements auch in der Lebensführung und im Lebenslauf des Einzelnen an Bedeutung gewonnen. Man kann durchaus von einer Veralltäglichung von Sportengagements sprechen. Zugleich hat sich eine Individualisierung von Sportengagements vollzogen; denn mit der Pluralisierung von Sportformen haben sich auch die Optionen für den Einzelnen vervielfältigt.

Die quantitativen und qualitativen Veränderungen der Sport- und Freizeitkultur unter den Bedingungen des demografischen Wandels bilden einen Forschungsschwerpunkt der Abteilung Sportsoziologie, der gegenwärtig etabliert und profiliert wird. Im Zentrum steht dabei die in sich sehr heterogene Gruppe der Älteren, die einerseits mit ihrem Handeln, ihren Interessen und Wünschen die Sport- und Freizeitkultur verändern, die andererseits aber mit Ihren Bedarfen auf Organisationen wie z.B. Sportvereine treffen, die auf diese Gruppe nur bedingt vorbereitet ist. Vor diesem Hintergrund forscht und berät die Abteilung Sportsoziologie auf der Basis theoretisch fundierter empirischer Untersuchungen und anwendungsorientierter Evaluationsstudien zu vielfältigen Fragen der Partizipation und des bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen in der Sport-, Bewegungs- und Freizeitkultur.

Projekte

 

 

Logo Humboldt Universität Berlin

Ansprechpartner



Prof. Dr. Sebastian Braun
Fon: +49 (0)30 2093-46022
Fax: +49 (0)30 2093-46110
E-Mail: Braun@staff.hu-berlin.de

Doreen Reymann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Fon: +49 (0)30 2093-46103
Fax: +49 (0)30 2093-46110
E-Mail: Doreen.Reymann@staff.hu-berlin.de

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

 
             
  © Sportsoziologie Berlin | Impressum | Sitemap | Design: Medienbüro Birkel  
Ziele   Themen   Projekte   Personal