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Sport, Bewegung und
Engagement im
gesellschaftlichen Wandel

 

Integration und Migration

„Der Sport fördert die Integration der Migranten“, so die weit verbreitete Annahme. Dass sich die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte jedoch nicht für alle immer „spielerisch“ und automatisch vollzieht, bleibt vielfach unberücksichtigt. Die Abteilung Sportsoziologie analysiert die Integrationskraft des Sports und forscht zu möglichen (des)integrativen Potenzialen und Herausforderungen der Sport-, Bewegungs- und Freizeitkultur für Menschen mit Migrationshintergrund.

Problemaufriss

Deutschland ist mit seinen rund 15 Millionen Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationsgeschichte zweifellos ein Einwanderungsland. Ihre gesellschaftliche Eingliederung ist zu einer der zentralen Querschnittsaufgaben unserer Gesellschaft geworden und u.a. im Nationalen Integrationsplan verankert. Dabei werden dem Sport nahezu von allen gesellschaftlichen Akteuren bedeutende integrative Wirkungen zugesprochen. Allerdings lässt die anhaltend geringe Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund vor allem im vereinsorganisierten Sport erkennen, dass Slogans wie „Sport verbindet!“, „Sport spricht alle Sprachen!“ oder „Integrationsmotor Sportverein“ der Realität oftmals nicht uneingeschränkt standhalten.

Als Erklärungsansatz für die fortbestehende Unterrepräsentanz von Migranten und vor allem Migrantinnen in Settings der Sport-, Bewegungs- und Freizeitkultur wird zumeist der ethnisch-kulturelle Hintergrund herangezogen. Ein besonders prominentes Beispiel dafür sind eigenethnische Sportvereine, ‑projekte und -initiativen, die als Bestandteil von „Parallelgesellschaften“ in der Aufnahmegesellschaft betrachtet werden, da sich ethnisch homogene Bevölkerungsgruppen räumlich, sozial und kulturell von der Aufnahmegesellschaft abschotten würden. Neben dieser zur Kulturalisierung neigenden Vorstellung ist jedoch eine Vielzahl weiterer Integrationsbarrieren für Menschen mit Migrationshintergrund in die Sport-, Bewegungs- und Freizeitkultur der Bundesrepublik Deutschland zu diskutieren. Die Folgen sozialer Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt oder im Bildungssystem sind in diesem Kontext ebenso zu nennen wie subtile Ausgrenzungsmechanismen bestimmter Sportarten oder Vereine.

Der nach wie vor virulente und sehr kontroverse Diskussionshorizont über die Integrationsleistungen von Sport-, Bewegungs- und Freizeitarrangements für Menschen mit Migrationshintergrund basiert in erster Linie auf normativ eingefärbten Annahmen mit Plausibilitätsanspruch, da wissenschaftliche Studien noch weitgehend ausstehen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Abteilung Sportsoziologie, auf welche Weise und unter welchen Bedingungen die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in und durch den Sport verläuft bzw. gefördert werden kann. Darüber hinaus werden in Evaluationsstudien die Träger von integrationsfördernden Projekten und Initiativen forschend begleitet und beraten.

Projekte

 

 

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Rut Schwitalla
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Jenni Winterhagen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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Fax: +49 (0)30 2093-46110
E-Mail: Jenni.Winterhagen@staff.hu-berlin.de

Paulina Zelazowska
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Fon: +49 (0)30 2093-46107
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