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Leistungssport und Gesellschaft
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Leistungssport und Gesellschaft
An der Entstehung sportlicher Spitzenleistungen ist eine Vielzahl gesellschaftlicher Institutionen beteiligt. Dazu zählen die Familie, Trainingseinrichtungen, staatliche Schulen und Hochschulen, Unternehmen, Politik oder Medien. Diese Institutionen prägen von frühster Kindheit bis ins Erwachsenenalter Hochleistungssportkarrieren und institutionalisieren die Elitenbildung im Sport. Die Abteilung Sportsoziologie forscht über Strukturen und Funktionen dieser Institutionen insbesondere im internationalen Vergleich und berät im Hinblick auf deren Optimierungs- und Innovationspotenziale.
Problemaufriss
Selbst wenn Sporteliten weltweit dasselbe Ziel verfolgen, internationale Sporterfolge zu erzielen, werden sie unter bestimmten gesellschaftlichen und kulturellen Bedingungen rekrutiert und gefördert. In der Bundesrepublik Deutschland wurde nach dem zweiten Weltkrieg ein mit dem Staat kooperierendes, aber formal politisch unabhängiges Verbandswesen aufgebaut, für das das Konzept der „partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ zwischen Sport und Staat maßgeblich ist. Die Grundsätze der staatlichen Sportpolitik basieren auf der Autonomie des Sports, der Subsidiarität der Sportförderung und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit.
Insofern ist die Bezeichnung „Spitzensportler“ in Deutschland – anders als in anderen Ländern – keine staatliche, sondern eine sportsysteminterne Kennzeichnung, die durch die Zuordnung zu den verschiedenen Leistungskadern (A-, B-, C-, D-Kader etc.) vorgenommen wird. Diese interne Kennzeichnung des Sportsystems betont den Leistungsaspekt des Athletenhandelns mit Bezug auf die Weltspitze als Unterscheidungskriterium, wodurch der zeitlich begrenzte Charakter des Spitzensports sehr deutlich zum Ausdruck gebracht wird.
In dieser Perspektive ist es auch nicht überraschend, dass es – im internationalen Vergleich betrachtet – auch nur wenige institutionalisierte soziale Unterstützungsleistungen (z.B. im beruflichen oder schulischen Bereich) für Spitzen-, Hochleistungs- und Leistungssportler in Deutschland gibt. Mit Blick auf den einzelnen Athleten heißt das: Ein sportliches Talent, das sich eine Leistungssportkarriere einlässt, ist in hohem Maße auf sich selbst, das familiäre Umfeld und das bürgerschaftliche Engagement im sozialen Umfeld angewiesen.
Vor diesem Hintergrund forscht und berät die Abteilung Sportsoziologie auf der Basis theoretisch fundierter empirischer Untersuchungen und anwendungsorientierter Studien zu vielfältigen Fragen der sozialen Umwelt im Spitzen-, Hochleistungs- und Leistungssport, um die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Produktion sportlicher Spitzenleistungen zu verbessern und zu optimieren.
Projekte
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Ansprechpartner


Prof. Dr. Sebastian Braun
Fon: +49 (0)30 2093-46022
Fax: +49 (0)30 2093-46110
E-Mail: Braun@staff.hu-berlin.de
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
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